Es gibt Weine, über die kann ich nur schwer schreiben. Weine, an denen ich nichts auszusetzen habe, von denen ich aber am nächsten Morgen schon wieder vergessen habe, wie sie eigentlich geschmeckt haben – weil sie so beliebig sind, so austauschbar.

Dummerweise kann ich an keinem Weinladen vorbei laufen. Immer wieder treibt mich die Sorge, ich könnte etwas verpassen, hinter alle Türen, auf denen irgendwas mit „Wein“ steht.

Deshalb war ich neulich mal wieder hier. Und nahm eine Flasche Sauvignon Blanc aus dem Veneto mit. Die Region ist mengenmäßig die wichtigste in Italien, 850.000.000 Liter holen die Winzer dort im Schnitt jedes Jahr aus ihren Weinbergen. Bei solchen Mengen ist klar: Es gibt dolle Tropfen – der Amarone kommt zum Beispiel von dort – und grausliche Plörre. Ebenen erlauben das Anlegen großer, flacher Weinberge, durch die dann der Vollernter tuckert. Deshalb eignet sich die Gegend bestens für Massenweine. Das Weingut, von dem ich nun eine Flasche habe, besitzt 100 Hektar im Osten Venetiens, kurz bevor das Friaul beginnt. Es gehört zu einem Familienunternehmen, das in der Franciacorta und in der Toskana ebenfalls Güter besitzt.

Grundsätzlich bin ich vorsichtig bei Weinen, die ein „Veneto“ auf dem Etikett haben und die ich nicht kenne. Aber ich hatte zuvor noch nie einen Sauvignon Blanc von dort getrunken und wie gesagt: Ich könnte ja was verpassen!
Hab ich nicht. Denn ich kann mich beim besten Willen an nicht mehr erinnern, als an einen nichtssagenden, rebsortentypischen Geschmack von Stachelbeere. Schade…aber es gibt Hoffnung! Denn bei diesem Einkauf nahm ich noch eine Flasche Sauvignon aus der Steiermark mit – und solche Weine habe ich in bester Erinnerung.

 

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Das ist das Weingut: Bosco del Merlo

Das ist der Wein: Sauvignon Blanc – Duca delle Grazie – 2014

Hier habe ich ihn gekauft: Jacques Weindepot in München-Schwabing

Written by web222

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