Im Sommer durfte ich drei Tage lang einer von knapp 400 Rieslingverrückten sein. Ich war in Seattle auf dem Riesling Rendezvous eingeladen – herzlichen Dank an Chateau Ste. Michelle – und redete über nichts anderes, trank fast nichts anderes und träumte nachts von Mosel-Steillagen. Feine Sache, ich habe viel gelernt. Die neun wichtigsten Erkenntnisse:

  • Gute und sehr gute Rieslinge kommen von der ganzen Welt.
  • Aber: „The German Style“ gilt vielen immer noch als Referenz. Niemand sagt beispielsweise, er habe sich den kanadischen Riesling als Vorbild genommen. Deutschland allgemein und die Mosel im Speziellen ist für Winzer auf der ganzen Welt nach wie vor etwas Besonderes.
  • Stuart Pigott sieht in Hemden gut aus, die an jedem anderen Menschen wie eine Verkleidung wirken. Aber er trägt sie mit einer derart gelassenen Selbstverständlichkeit, wie es vermutlich nur Engländer können.
  • In allen anderen Ländern ist es üblich, dass die Winzer den Ph-Wert ihres Weins angeben. Warum bei uns eigentlich nicht?
  • Eine Frage: Macht es die Weinwelt reicher oder ärmer, wenn bei den meisten trockenen Rieslingen das Expertenpanel bei der Frage nach der Herkunft von vornherein mit den Schultern zuckt oder falsch liegt?
  • Je süßer der Wein, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er aus Deutschland kommt.
  • Trent Kitsch ist ein Ausnahmetalent unter den Winzern. Auf dem Rendezvous hatte er seinen ersten, selbst gekelterten Jahrgang dabei – aus drei Jahre alten Rebstöcken. Wenn der Kerl so weiter macht, wird er noch ein ganz Großer.
  • Eine Verkostung im Freien mit Livemusik hat schon Stil
  • Nach drei Tagen Riesling verkosten ist vom Zahnschmelz nicht mehr viel übrig. Und da die Amis im Restaurant Wasser ja grundsätzlich knapp über dem Gefrierpunkt servieren, tut jeder Schluck höllisch weh.
Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

Written by web222

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